Einsatzbericht

 

Großübung im Altenheim, Abstatt

 

Um 18:05 Uhr wurde es für einen Teil der neu gebildeten Einsatzeinheit „EE Heilbronn Land 3/Ost“ ernst. Die Funkmeldeempfänger klingelten wild und die Durchsage „Evakuierung Altenheim Abstatt“ ertönte.


Erstmalig in der Abstatter Geschichte unternahm die ortsansässige Feuerwehr zusammen mit den DRK - Ortsvereinen des aus Abstatt, Heinriet, Ilsfeld sowie die dazugehörige Zugführung der EE Heilbronn Land 3/Ost eine gemeinsame Großübung.


Übungsszenario war das örtliche Altenheim „Haus Frederike“. Angenommen wurde eine Rauchentwicklung ohne Personenschäden. Hauptaufgabe war die fach- und sachgerechte Evakuierung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln.


Nachdem sich alle Helfer bei ihren Ortsvereinen ein-gefunden und einsatzbereit gemeldet hatten wurden diese mit ihren Fahrzeugen zum Bereitstellungsraum auf den BOSCH - Parkplatz delegiert.


Dort eingetroffen fand nach einem kurzen Briefing der Einsatzkräfte der erste Teil der Übung statt. Hierbei wurde die Kolonnenfahrt im geschlossenen Verband geübt. Zielort war die Feuerwache in Abstatt von der die tatsächliche Übung startete.


In der Feuerwache angekommen musste die Übung kurzzeitig aufgrund eines Realeinsatzes unterbrochen werden. Ein Beilsteiner Mitbürger hatte eine bedrohliche Unterzuckerung erlitten und war tief bewusstlos. Da sich alle in der Nähe befindlichen RTW´s aus Auen- und Löwenstein im Einsatz befanden wurde der Rettungshubschrauber [RTH] aus Leonberg, der Heilbronner DRK RTW sowie die HvO´s aus Abstatt und Heinriet alarmiert. Dort angekommen versorgte ein HvO den Patienten bis der zweite HvO die Besatzung von ihrem RTH abgeholt und zum Einsatzort gebracht hatte. Der Patient konnte stabil übergeben werden. Er wurde danach von dem kurz darauf eintreffenden RTW in die Klinik verbracht.


Zurück an der Feuerwache Abstatt wurden die Fahrzeuge von Feuerwehr und DRK realitätsnah von der fiktiven Leitstelle zum Übungsszenario entsandt.

Das ersteintreffende Fahrzeug der Feuerwehr machte eine erste Lageerkundung, gab eine Rückmeldung ab und forderte feuerwehrtechnische Verstärkung nach. Der dazukommende HvO erkannte ebenfalls schnell die Situation und forderte in Absprache des Einsatzleiters der Feuerwehr die Schnelleinsatzgruppen [SEG´en] des DRK nach.


Währenddessen trafen weitere Kräfte der Feuerwehr ein und bereiteten sich atemschutztechnisch  für den Einsatz im Altenheim vor. Als nächstes traf der neue Notfall-KTW sowie der Bereitschaftsleiter Lars Wonneberger vom DRK OV Abstatt ein und ließ sich eine erste Lagemeldung geben.

Das Personal des Altenheims meldete trotz ihrer vorbildlichen und schnellen eingeleiteten Evakuierungs-maßnahmen sechs Personen als vermisst. Die Feuerwehr hatte in der Zwischenzeit eine Löschwasserversorgung aufgebaut und mit der Suche der sechs fehlenden Altenheimbewohner begonnen.


In dieser Zeit trafen das DRK aus Heinriet/Gruppenbach mit ihrem neuen GW-San, das DRK Ilsfeld mit ihrem KTW sowie die DRK - Zugführung ein. Nach einer kurzen Übergabe wurde zusammen mit der Feuerwehr-Einsatzleitung eine gemeinsame TEL [Technische Einsatz-leitung] gebildet. Trotz des Starkregens konnten alle vermissten Personen innerhalb kürzester Zeit von den Profis der Abstatter Feuerwehr gerettet und an das DRK übergeben werden. Hierbei wurde vorbildlich miteinander zusammen gearbeitet.


Die Ilsfelder DRK Helfer übernahmen die Patienten-sammelstelle sowie die erste Registrierung der Bewohner. Damit unterstützten sie beide Ortsvereine in jeglicher Hinsicht, und waren eine sehr nützliche und zuverlässige Hilfe.


Um das Übungsszenario zu erschweren wurde kurzfristig eine kleine Herausforderung eingebaut. Zuerst stürzte ein Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr aus einem Fenster des 1. OG. Dabei wurden mehrere schwere Verletzungen am gesamten Wirbelsäulenbereich und Beinen an-genommen.


Nachdem der Patient von den überrumpelten Sanitätern erfolgreich versorgt und mit dem fiktiven Rettungs-hubschrauber [RTH] abtransportiert wurde kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Eine Sanitäterin vom DRK OV Heinriet rutschte regenbedingt an einer Treppe ab und zog sich eine größere Schädel- und Wirbelsäulenverletzung zu. Glücklicher Weise handelte es sich auch hier nur um eine zusätzliche kurzfristig geplante und realitätsnahe Übungs-erschwernis.


In der Zwischenzeit hatte der DRK OV Heinriet mit seinem in drei Minuten aufblasbaren Zelt eine geeignete Notunterkunft geschaffen. Diese wurde mit Tragen, Lampen, Heizung und Notfallequipment uvm. ausgestattet, sodass die evakuierten Altenheimbewohner schnell in eine vorläufige und trockene Unterkunft verbracht werden konnten. Hier wurden sie fach- und sachgerecht versorgt und betreut.


Im Realfall hätte der DRK OV Abstatt sowie die Feuerwehr jeweils eine zusätzliche geeignete 24-48 Stunden Unterkunft für etwa 15 Personen in ihren Räumlichkeiten zur Verfügung stellen können. Selbst Lebensmittel und Getränke werden 365 Tage im Jahr für diesen Fall vorgehalten.


Obwohl das die erste Übung dieser Größenordnung war konnte ein durchweg positives Resümee gezogen werden. Kleinere Probleme und Fehler wurden schon während der Übung erkannt und können hoffentlich für die Zukunft im Realeinsatz verhindert werden.


Wir können uns nur nochmals beim Übungsveranstalter - dem Betreiber und den Mitarbeitern des Altenheims „Haus Frederike“, dem Feuerwehrkommandanten Gunther Leontiv und seinen Männern und Frauen, den beiden DRK -  Nachbarortsvereinen aus Heinriet und Ilsfeld, sowie unserer DRK - Zugführung für die sehr gute Zusammenarbeit danken.


Weiterhin auf gute Zusammenarbeit!

Freitag, 23. Juli 2010

 
 

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